Mehrsprachigkeit ist gelebter Alltag in vielen Kindertageseinrichtungen und bietet wertvolle Lern- und Entwicklungschancen für alle Kinder. Deswegen widmete sich das Didacta Symposium zur frühkindlichen Bildung 2026 der Frage, wie pädagogische Fachkräfte die unterschiedlichen Sprachen und Ausdrucksformen der Kinder im Kita-Alltag aufgreifen, fördern und wertschätzend begleiten können. Im Mittelpunkt standen Impulse aus Wissenschaft und Praxis rund um Sprachentwicklung, Mehrsprachigkeit und den gezielten Einsatz digitaler Medien, um Sprachvielfalt sichtbar zu machen, Sprachenlernen zu unterstützen und mehrsprachige Bildungsprozesse zu fördern – mit vielfältigen, praxisnahen Anregungen für die Arbeit in mehrsprachigen Kitas und die Zusammenarbeit mit Familien.
Das Symposium lud am 20. März 2026 im Rahmen der Leipziger Buchmesse mehr als 600 pädagogische Fachkräfte zum Diskurs ein. Eröffnet wurde das Symposium durch Grußworte von Stefan Spieker, Mitglied des Vorstands im Didacta Verband, Staatsminister Conrad Clemens sowie Vicki Feldthaus, Bürgermeisterin der Stadt Leipzig. In ihren Beiträgen unterstrichen sie die gesellschaftliche Bedeutung frühkindlicher Bildung, die Relevanz gelingender sprachlicher Förderung und die Chancen von Mehrsprachigkeit als Ressource für Teilhabe und Integration.
Den fachlichen Auftakt gestaltete Prof. Dr. Rosemary Tracy, Seniorprofessorin an der Universität Mannheim, mit ihrem Vortrag „Spracherwerb und Mehrsprachigkeit: Was wir darüber wissen und warum uns das begeistern und ermutigen sollte“ (hier finden Sie die Präsentation zum Beitrag ). Sie beleuchtete den frühen Spracherwerb aus linguistischer Perspektive, räumte mit verbreiteten Mythen zur Mehrsprachigkeit auf und betonte deren Bedeutung für kognitive, soziale und kulturelle Entwicklung.
Im Anschluss stellte Robert Jurleta vom Landeskompetenzzentrum sprachliche Bildung und Sprachförderung an Kindertageseinrichtungen in Sachsen (LaKoS) praxisnahe Ansätze zur sprachlichen Bildung vor. In seinem Beitrag „Wortschatz‑Inseln im Sprachenmeer – digitale Medien im pädagogischen Alltag für die sprachliche Bildung und Förderung aller Kinder nutzbar machen“ (hier finden Sie die Präsentation zum Beitrag) zeigte er auf, wie digitale Medien gezielt eingesetzt werden können, um Sprachvielfalt sichtbar zu machen und Bildungsprozesse im Kita‑Alltag zu unterstützen.
Ergänzt wurde das Programm durch die Vorstellung des Projekts „Bücherkoffer" (hier finden Sie die Präsentation zum Beitrag) durch Katja Szymroszczyk, Projektleiterin des Kita Bücherkoffers bei coach@school e.V., dass Familien niedrigschwellig in die sprachliche Bildung einbindet und Mehrsprachigkeit in der Kita und im häuslichen Umfeld stärkt.
Das Didacta Symposium zur frühkindlichen Bildung bot damit eine gelungene Verbindung aus wissenschaftlichen Impulsen, politischen Perspektiven und praxisorientierten Beispielen. Es machte deutlich, wie wichtig eine wertschätzende, ressourcenorientierte Haltung gegenüber Mehrsprachigkeit ist und welche Rolle frühkindliche Bildung für Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt spielt.
Hier geht´s zur Website des Symposiums für frühkindliche Bildung auf der Leipziger Buchmesse.