Der Verband der Bildungswirtschaft begrüßt die Einigung der zukünftigen Koalitionäre CDU und SPD auf das angekündigte Finanzpaket, das Investitionen in die Bildungsinfrastruktur ermöglichen soll. Eine Verstetigung und damit Anerkennung der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Bildung sei weiterhin dringend nötig, heißt es aus dem Didacta Verband.
500 Milliarden Euro umfasst das Sondervermögen Infrastruktur, welches u. a. explizit für die Bildungs-, Betreuungs- und Wissenschaftsinfrastruktur verwendet werden soll. Dass davon 100 Milliarden Euro den Ländern und Kommunen zur Verfügung stehen, und somit direkt in die Bildung investiert werden können, wertet Didacta Präsident Dr. Theodor Niehaus positiv: „Die hohen Investitionen in die Bildung sind ein gutes und überfälliges Signal. Denn unser Land kann sich ein Absinken auf Mittelmaß in der Bildung nicht mehr leisten: In internationalen Vergleichsstudien wie PISA, IGLU/PIRLS und TIMSS ist Deutschland zuletzt wieder weiter nach unten gerutscht.“, so Niehaus.
Bildung verbessere unmittelbar die Wirtschaftsleistung und Innovationsfähigkeit und entlaste die Sozialsysteme, argumentiert der Didacta Präsident. „Jeder hier investierte Euro zahlt sich mit einer mehrfachen Hebelwirkung aus.“ Dies bestätige etwa eine aktuelle IW-Studie: „Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Deutschlands hängt maßgeblich von den Kindern ab“.
Mit Blick auf die Zukunft des deutschen Kita- und Schulsystems und der Priorisierung einzelner Bereiche, sieht der Didacta Verband daher folgende Punkte als zentral an:
- Mindeststandards einführen
- Konnexitätsprinzip schärfen
- Kommunale Finanzierung neu ordnen
- Administrative Aufwände verringern
- Drei fokussierte Finanzierungspakete schnüren
Mit dem geplanten Finanzpaket habe man jetzt die Chance, Bildung in Deutschland neu aufzustellen, so Niehaus. „Dabei kann die Bildungswirtschaft unterstützen: Sie verfügt über die notwendige Expertise, moderne und nachhaltige Lösungen in die Fläche zu bringen.“ Weiterhin sei ein Dialog zwischen den relevanten Akteurinnen und Akteuren wichtig: Lehrkräfte, Schulträger, Stiftungen, Wissenschaft und Bildungswirtschaft könnten wichtige Impulse für eine zeitgemäße und wirkungsvolle Bildung geben, – „damit Deutschland wieder den Anschluss findet und zu den Besten aufschließt.“