Auf dem Weg der digitalen Transformation sind noch viele Schritte zu gehen. Mit einem Digital-Index-Wert von 59 von 100 Punkten hat sich Deutschland zwar um einen Punkt verbessert, bleibt aber weiter hinter den EU-Zielen.
Digitale Kompetenzen müssen schon in Schule und Kita vermittelt werden, denn sie fördern Teilhabe, Zusammenhalt und die Meinungsbildung in der Gesellschaft. Davon ist der Didacta Verband überzeugt und fordert, digitale Kompetenz fest in den Bildungsplänen zu verankern. Aber auch in der Erwachsenenbildung bleibt es eine Notwendigkeit, das Erwerben von digitalen Kompetenzen weiter zu fördern. Diese Forderungen werden durch die Ergebnisse des neuen D21- Digital-Index die heute, am 10.03.2025, von der Initiative D21 vorgestellt wurden, bekräftigt.
Die Studie zeigt, dass lebenslanges Lernen eine Herausforderung bleibt: Dabei sind lebenslanges Lernen und der kontinuierliche Erwerb neuer Fähigkeiten für eine zukunftsfähige Gesellschaft unverzichtbar. Über ein Viertel der Menschen hat sich im letzten Jahr kein neues Wissen zu digitalen Themen angeeignet. Häufig liegt das an der Fehleinschätzung, neue digitale Kenntnisse nicht zu benötigen. Diese Haltung gefährdet nicht nur die individuelle Teilhabe, sondern auch die Resilienz im digitalen Wandel. Die meisten Menschen eignen sich digitale Fähigkeiten über informelle Wege an: Sie suchen online nach Informationen, lernen durch Ausprobieren oder nutzen Videos und Foren. Auch der Austausch mit Familie und Bekannten spielt eine wichtige Rolle. Für viele Alltagsanforderungen ist das ein effizienter und unkomplizierter Ansatz. Doch bei komplexeren Anforderungen – insbesondere im beruflichen Kontext – stoßen diese Methoden an ihre Grenzen. Um Beschäftigungsfähigkeit und Innovationskraft langfristig zu sichern, müssen Nutzung und Akzeptanz formaler Weiterbildungsangebote deutlich gesteigert werden.
"Digitale Kompetenzen gehören zu den Basiskompetenzen, die eine starke, inklusive und vielfältige Gesellschaft braucht. Sich selbstständig in der digitalen Welt zurecht zu finden, seriöse von unseriösen Nachrichten unterscheiden zu können und digitale Möglichkeiten für eine schnellere und effiziente Problemlösung zu nutzen, fördert nicht nur den eigenen beruflichen Erfolg, sondern auch ein aufgeklärtes und demokratisches Miteinander.", sagt Dr. Norbert Völker, Geschäftsführer des Didacta Verbands. "Durch das enorme Tempo der digitalen Entwicklungen wird es immer wichtiger, ein Leben lang damit Schritt zu halten. Das Erwerben und Vertiefen von digitalen Kompetenzen sollte in jedem Schritt des Bildungsweges mitgedacht werden.", erklärt Völker weiter.
Eine fehlende Weiterbildung bedroht die Beschäftigungschancen, bestätigt auch die Studie der Initiative D21. Während der Bedarf an digitalen Kompetenzen in vielen Berufen wächst, nutzen nur Wenige berufliche Weiterbildungen, auch auf Grund von fehlenden Angeboten der Arbeitgeber. Dabei braucht es eine digitale Basis, um als Unternehmen, auch wirtschaftlich, zukunftsfähig zu bleiben.
Der D21-Digital-Index 2024/25 zeigt: Die digitale Transformation braucht inspirierende Zukunftsbilder, die den Menschen die Mehrwerte der Digitalisierung greifbar machen und sie motivieren, sich aktiv einzubringen. Alltagsrelevante Anwendungsmöglichkeiten und das Gefühl, selbst mitgestalten und profitieren zu können, sind entscheidend, damit sie bereit sind, Zeit und Energie darin zu investieren, digitale Technologien zu verstehen und zu lernen, diese für ihre Zwecke einzusetzen. Dieses Erleben von Selbstwirksamkeit ist in einer Zeit der gesellschaftlichen Herausforderungen essenziell, um Spaltungen zu überwinden.