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26.04.2012
Studie: Azubis bekommen sehr unterschiedliche Vergütungen
Die tariflich geregelten Ausbildungsvergütungen fallen je nach Branche und Ausbildungsjahr sehr unterschiedlich aus. Sie variieren von 332 Euro im privaten Verkehrsgewerbe Thüringen im 1. Ausbildungsjahr bis zu 1.379 Euro im Bauhauptgewerbe West im 4. Ausbildungsjahr.

Dies geht aus einer Auswertung von Tarifverträgen in ausgewählten Wirtschaftszweigen und Tarifbereichen hervor, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf vorgelegt hat. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausbildungsvergütungen überwiegend zwischen gut einem Prozent (öffentlicher Dienst) und gut 12 Prozent (Holz u. Kunststoff verarbeitende Industrie Sachsen). In einigen Tarifbereichen wurden keine Steigerungen vereinbart.

Innerhalb der Branchen gibt es zum Teil bundesweit einheitliche Ausbildungsvergütungen, es bestehen aber auch beträchtliche regionale Unterschiede (Stand: 1.5.2012). "Die aktuellen Ausbildungsvergütungen zeigen ähnliche Differenzierungen wie die Tariflöhne und -gehälter", sagt WSI-Tarifexperte Dr. Reinhard Bispinck. "Neben bundeseinheitlichen Tarifverträgen gibt es solche mit starken regionalen Unterschieden, häufig verbunden mit einem West-Ost-, aber auch mit einem Süd-Nord-Gefälle".

Legt man das 3. Ausbildungsjahr zugrunde, reichen die regionalen Differenzen bei den Vergütungen je nach Wirtschaftszweig von 78 bis zu 388 Euro im Monat:

Geringe Unterschiede

  • In der Metall- und Elektroindustrie fallen die regionalen Unterschiede mit bis zu 78 # relativ gering aus: Die tariflichen Ausbildungsvergütungen reichen von 884 Euro in Nordrhein-Westfalen bis zu 962 Euro in Baden-Württemberg.

  • In der chemischen Industrie sind die Abstände mit bis zu 81 #geringfügig größer: Im Osten beträgt die Ausbildungsvergütung 855 Euro, im Westen reicht sie von 853 Euro in Schleswig-Holstein bis zu 934 # im Bezirk Nordrhein.

Mittlere Unterschiede

  • In der Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie in Berlin/Brandenburg erhalten die Auszubildenden 690 Euro, in Baden-Württemberg dagegen 851 Euro.

  • Im Einzelhandel liegt die maximale Spanne bei 176 Euro: In Mecklenburg-Vorpommern beträgt die Vergütung 692 Euro, in Hamburg dagegen 868 Euro.

Große Unterschiede

  • In der Gebäudereinigung variieren die Ausbildungsvergütungen bei den gewerblichen Auszubildenden zwischen 650 Euro im Osten und 820 Euro im Westen.

  • In der Textilindustrie reichen die Vergütungen von 700 Euro im Osten bis zu 910 Euro in Hessen (ab 18 J.)

  • Im Groß- und Außenhandel werden in Mecklenburg-Vorpommern 702 Euro gezahlt, in Hessen dagegen 932 Euro.

  • Im Hotel- und Gaststättengewerbe sind die Abstände ähnlich: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 520 Euro, in Bayern dagegen 789 Euro.

  • Im privaten Transport- und Verkehrsgewerbe bekommen die (gewerblichen) Auszubildenden in Thüringen 442 Euro, die (kaufmännischen) Auszubildenden in Hamburg haben Anspruch auf 830 Euro.

West/Ost

  • In manchen Tarifbereichen gibt es im Wesentlichen eine Differenzierung zwischen West und Ost, so z.B. im Bauhauptgewerbe. Die gewerblichen Auszubildenden erhalten im Westen 1.227 Euro, im Osten 950 Euro. Für Hamburg und Berlin gibt es Sonderregelungen.

Einheitliche Vergütung

  • Bundesweit einheitliche tarifliche Ausbildungsvergütungen gibt es u.a. bei Banken (905 Euro) und Versicherungen (952), in der Druckindustrie (956), in der Papierverarbeitung (887) sowie bei der Deutschen Bahn (826), der Deutschen Post (867), der Deutschen Telekom (800/840  je nach Ausbildungsberuf) und im öffentlichen Dienst (Bund, Gemeinden: 849, Länder: 835).

Das WSI-Tarifarchiv in der Hans-Böckler-Stiftung bietet zu den Ausbildungsvergütungen einen Online-Service an: Für 26 Wirtschaftszweige und Tarifbereiche können die tariflichen Ausbildungsvergütungen gegliedert nach Ausbildungsjahren abgerufen werden. Dabei werden auch die Unterschiede nach Bundesländern und Regionen sowie zwischen gewerblichen und kaufmännischen Auszubildenden aufgezeigt. Der Service ist kostenlos, die Daten werden ständig aktualisiert.

Weitere Informationen
www.tarifvertrag.de/ausbildungsverguetung

 

Quelle: Bildungsklick.de