Frühkindliche Sprachförderung in Deutschland - Hintergründe, Problematik, Lösungsansätze
Die Empfehlungen des Berlin-Instituts beruhen auf der Analyse von demografischen Daten, der gängigen Praxis zur Sprachstandserhebung und sprachwissenschaftlichen Ansätzen zum frühkindlichen Spracherwerb. Beleuchtet wurden dabei vor allem die Situation von Kindern bildungsferner Schichten sowie die von Kindern mit Migrationshintergrund. Als einen wesentlichen Grund für die Sprachdefizite dieser Kinder macht das Diskussionspapier das fehlende "Sprachbad" aus. Denn der so bezeichnete tägliche Umgang mit der Sprache, der für einen mühelosen Erwerb des Deutschen nötig wäre, ist im Leben vieler Kinder keine Selbstverständlichkeit.
So geht ein Drittel der nicht-deutschsprachigen Kinder in eine Kita, in der die Mehrheit der anderen Kinder ebenfalls nicht mit Deutsch als Muttersprache aufwächst. Es ist daher entscheidend, dass das Personal in den Kindergärten für das Thema sensibilisiert und darin geschult wird, wie es die Sprachkompetenz ihrer Schützlinge fördern kann, so eines der Ergebnisse des Diskussionspapiers. "Die Förderung ist oft zu kurz und die Kursleiter sind nicht ausreichend auf ihre Aufgabe vorbereitet", sagt Tanja Kiziak, Bildungsexpertin beim Berlin-Institut. "Einzelne Sprachkurse können die Sprachförderung im Alltag auch nicht ersetzen, sondern bestenfalls ergänzen."
Aus dem aktuellen Diskurs in Wissenschaft und Fachpraxis leitet das Discussion Paper neun Kernelemente für eine erfolgreiche Sprachförderung ab: Dazu gehören unter anderem der systematische Einbezug der Erstsprache des Kindes, die kontinuierliche Schärfung des Sprachbewusstseins der Erzieherinnen und Erzieher sowie die individuelle Förderung der Kinder entsprechend ihres Sprachentwicklungsstandes. Und nicht zuletzt: dem Spracherwerb Zeit zu geben.
Das Diskussionspapier ist mit Unterstützung der Siemens Stiftung entstanden. "Die Arbeit bestätigt uns in unserem Vorhaben, frühkindliche Sprachförderung in Deutschland auch in den nächsten Jahren nachhaltig zu fördern. Wir werden uns dabei noch stärker auf die im Discussion Paper herausgearbeiteten Ansatzpunkte effektiver Sprachförderung konzentrieren", betont Barbara Filtzinger, strategische Leitung der Siemens Stiftung und Bildung.
Die Siemens Stiftung setzt sich für ein gleichberechtigtes Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft ein. Der Spracherwerb bildet hierbei eine Schnittstelle: Sprache ist die Grundlage für optimale Bildungs- und Lebenschancen. Die Siemens Stiftung unterstützt daher besonders Kinder mit Migrationshintergrund ab dem dritten Lebensjahr beim Erlernen der deutschen Sprache.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: http://www.siemensstiftung.org/de/kikus/discussion-paper
Das Discussion Paper zum Download finden Sie unter: http://berlininstitut.org/index.php?id=847
Quelle; Siemens Stiftung









